Wie man die Marge eines Amazon FBA Produktes berechnet und keine Kosten übersieht + Kurzes Tagebuchupdate

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Hallo Leute!

Ich freue mich, wieder die Zeit gefunden zu haben, einen neuen Beitrag zu verfassen. Da ich immer noch auf die Fertigstellung der Produktion meines Produktes warte, gibt es zum Tagebuch nicht allzu viel Neues zu berichten. Soviel sei gesagt: Mein Hersteller meinte vor einigen Tagen, es sei innerhalb der nächsten zwei Wochen versandfertig und ich arbeite momentan daran, den Launch vorzubereiten.

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Außerdem habe ich vor einiger Zeit einen weiteren Job nebenbei begonnen, um mir mehr Startkapital zu verschaffen und bin nun bereits auf der Suche nach einem zweiten Produkt, welches ich im Idealfall noch bestellen werde, bevor das Erste überhaupt in Deutschland ist. Dazu habe ich mich nach langem Überlegen entschieden, auch wenn es die Gefahr, kapital- und zeitinsensive Fehler gleich doppelt zu begehen, natürlich vergrößert.

Ich bin von dem Geschäftsmodell einfach überzeugt, nicht zuletzt dadurch, dass einige Bekannte bereits großen Erfolg verbuchen können. Auf all das werde ich aber genauer erst im kommenden Tagebucheintrag eingehen.

Heute möchte ich mich dem Thema der Berechnung der Marge widmen. Dazu habe ich ein Beispiel aus mittlerer Preisklasse gewählt, das man eventuell profitabel vermarkten könnte. Das Produkt, um das es heute geht ist solch ein Schlüsselorganizer, auf den ich gestoßen bin:

schluessel      

Die rote Zahl unter den Bildern der verschiedenen Varianten ist der Amazon Bestseller Rang (BSR). Mit dem Tool AMZ Seller Browser könnt ihr ihn wie auf dem Screenshot zu sehen anzeigen lassen.

Falls ihr mit dieser Zahl noch nichts anfangen könnt: Bei Amazon werden alle vorhandenen Produkte nach diesem Rang geordnet, je nachdem, wie häufig sie sich verkaufen. In der Kategorie „Koffer, Rucksäcke und Taschen“ verkauft sich ein Produkt etwa 10 Mal am Tag, wenn der BSR zwischen 500-1000 liegt. 

Der erste Platz in der Suche genießt bei diesem Keyword eine ziemlich extreme Monopolstellung, was sich auch hier am BSR erkennen lässt. Da sich der BSR zwischen verschiedenen Kategorien sehr stark unterscheidet kann man beim ersten Platz (Küche und Haushalt; BSR 240) sogar von über 50 Verkäufen am Tag ausgehen. Speziell bei diesem Produkt wäre ich allerdings vorsichtig, da ich mir vorstellen könnte, dass der Erstplatzierte ein Patent angemeldet hat und abmahnen könnte.

Wie war das jetzt mit der Marge?

Richtig, ich schweife ab! Sollten wir uns trotz der starken Monopolstellung des Erstplatzierten dafür entscheiden, dieses oder ein ähnliches Produkt auf den Markt zu bringen, ist es essentiell, vor der Bestellung unseren möglichen Gewinn zu berechnen.

Ausschlaggebend hierfür ist natürlich der Produktpreis. Dadurch, dass wir grundsätzlich (aber nicht zwingend) kleine und leichte Produkte importieren, können wir unsere Versandkosten häufig vergleichsweise niedrig halten. Nach kurzer Recherche auf Alibaba bin ich auf folgendes Produkt gestoßen: alibaba

Ich denke, es handelt sich hierbei um kein Whitelabel-Produkt, mit anderen Worten: Wir könnten unser eigenes Label nicht draufdrucken, als Beispiel genügt es aber vorerst.

Der endgültige Produktpreis hängt natürlich sehr stark von der Bestellmenge ab, da die meisten Leser dieses Blogs aber am Anfang ihres Amazon-Unternehmen stehen, sollten wir nicht mit zu großen Mengen rechnen. Da der Hersteller in diesem Fall bei einer Minimum Order Quantity (MOQ) von 2000 den Preis im Bereich 1$ – 1,5$ prognostiziert, schätze ich grob den Preis pro Produkt auf 2$ und gehe davon aus, dass wir den Lieferanten dazu bewegen können, die MOQ der ersten Order auf 500 zu verringern.

Das ist häufig sogar realistisch, wenn man dem Hersteller zu Verstehen gibt, dass es sich um eine erste „Testorder“ handelt und in Zukunft größere Bestellungen folgen werden. Setzt euch einfach in den Hersteller hinein, auch für ihn ist eine langfristige Beziehung sehr attraktiv. Schlussendlich ergeben sich also folgende Daten: Preis: 2$ Bestellmenge: 500 Stück

Wie geht es jetzt weiter?

Um nun unsere vorraussichtliche Marge zu berechnen, kommt ein kleines aber feines Excel-Tool zum Einsatz, welches kostenlos hier auf dem Blog „Seitengasse“ von meinem Freund Daniel zum Download verfügbar ist. In diesem Tool ist wirklich an alle Details gedacht:

  1. Unterscheidung zwischen Normal- und Kleinunternehmerregelung
  2. Extrem genaue Kostenkalkulation von Produktpreis, Import, Amazon FBA Gebühren, Lagerkosten, Marketing etc.
  3. Übersichtliche Break-Even Analyse und Diagramme

An dieser Stelle möchte ich ein dickes Lob an Daniel aussprechen: Als langjähriger Controller macht ihm bei Excel-Tabellen keiner was vor. Schon viele Unternehmer hat es in den Abgrund geführt, dass sie keine absolut zuverlässige Kontrolle über ihre Zahlen und Gewinnmargen haben. Ich empfehle daher jedem von Herzen, sich den Rechner zu installieren. Hier könnt ihr ihn herunterladen.

Wir geben jetzt also die uns bekannten Daten in den Rechner ein und berechnen die Marge: 

tool1tool2tool3

In die weißen Felder werden dazu alle passenden Daten eingetragen. Für unseren Schlüsselorganizer schätzt der Rechner die Marge pro Verkauf bei einem Brutto-Verkaufspreis von 14,99€, was tendentiell deutlich günstiger als die Konkurrenz ist, auf 4,42€ pro verkauften Artikel.

Aus der ersten Order würden wir demnach etwa 2.200 € Gewinn mitnehmen abgesehen vom Verlust, den wir durch das Verschenken einiger Testprodukte hinnehmen. Lasst euch von diesen ganzen Zahlen und Daten nicht verunsichern. Am Anfang gibt es so viel zu beachten, dass es für jeden schwierig ist, den Überblick zu behalten! Dieses Tool kann euch aber auf jeden Fall dabei helfen, kapitalintensive Fehler zu vermeiden und das Potential eines Produktes einzuschätzen.

Ich hoffe, ich konnte euch mit diesem Beitrag weiterhelfen! Schreibt mir doch einen Kommentar, falls er euch gefallen hat, oder teilt ihn in den sozialen Netzwerken! Machts gut und bis bald, bald kommen neue Infos zum Tagebuch!

Euer Hannes

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21 thoughts on “Wie man die Marge eines Amazon FBA Produktes berechnet und keine Kosten übersieht + Kurzes Tagebuchupdate”

  1. Interessanter Beitrag, sehr anschaulich mit den Bilder. Habe mich schon gefragt wann es mal wieder was zu lesen gibt.
    Sehr gut weiter so.

    1. Danke fürs Kommentieren. Jau im Moment gibt es halt noch nicht viel Neues zum Tagebuch, daher erstmal etwas anderes zum Thema! 🙂
      Liebe Grüße,
      Hannes

  2. Finde den Beitrag auch sehr nice – wie auch die anderen Artikel! Deine Tabelle hab ich mir am heutigen Nachmittag kopiert. Bin gespannt auf weitere Tagebucheinträge. Ich drück uns für die Zukunft die Daumen!

    Happy Sourcing

    1. Jau die Herstellung des Produktes ist wohl diese Woche abgeschlossen, dann gehts weiter hier mit dem Tagebuch! Freue mich schon!

      Liebe Grüße!
      Hannes

    1. Hallo QQ,
      die 2$ sind reine Produktionskosten.
      Unter dem Punkt „Frachtkosten bis EU Eintritt“ stehen die Versandkosten.

      Addiert man alle Produktkosten, Versand, Steuern, Zölle etc. kommt man im Rechenbeispiel auf einen Bezugspreis von 2,88€.

      Viele Grüße,
      Hannes

  3. Hallo Hannes,

    danke für Deinen Blog und dass Du mit uns Deine Erfahrungen teilst. Super wertvoller Beitrag! Ich habe mir die Excel von Daniel runtergeladen. Leider öffnet sie sich nicht bei mir (Mac). Hattet ihr das auch?

    Danke und von Herzen viel Erfolg.

    Lucas

    1. Moin Lucas,
      vielen Dank für den netten Kommentar. Leider kann ich dir mit dem Problem nicht weiterhelfen.
      Sprich mal Daniel Wiegand auf Facebook an.

      Viele Grüße,
      Hannes

    1. Hi Micha,
      in diesem Beispiel liegt der Drittlandszollsatz bei 5%. Die Zollgebühren errechnen sich wie folgt: ( Warenwert + Versandkosten ) * Zoll

      Wie hoch der Zollsatz ist, liegt an der dem Produkt zugehörigen Zolltarifnummer (auch TARIC oder HS-Code genannt).

      Ich hoffe, ich konnte dir weiterhelfen.
      Dein Hannes

    1. Moin Micha,
      nein, auf die Verpackung fallen keine Zölle an.
      Daher sollte man Waren.- und Verpackungskosten auch getrennt in der Rechnung auflisten lassen.

      Grüße
      Hannes

  4. Moin,

    noch eine Frage bezüglich das Thema Rechnungen an Amz- Käufer stellen. Wenn jemand ein Produkt von Amazon kauft, stellt ihm Amazon die Rechnung oder schickst du ihm eine? wie funktioniert da das Ganze?
    Und wenn ein Kunde nicht zahlt schreibt ihn Amazon an oder du? und wenn er auf nchts reagiert?

    Danke

  5. Guten Abend,

    wieso hast du bei deiner Rechnung den Einfuhrumsatzsteuerbetrag vernachlässigt?
    Ich stimme deiner Rechnung nicht zu dass da die 14 Ct korrekt sind denn:

    Warenwert+Vers. Kost.= Zollwert 2,86USD -> in € umrechnen (1USD= 0,90€) = 2,57€

    Zollwert (2,57€) * Zollsatz(5%) = Zollbetrag [0,13€]

    Zollwert (2,57€)+ Zollbetrag (0,13€ )= Einfuhrumsatzsteuer (2,70€)

    Einfuhrumsatzsteuer (2,70€) * 19% = Einfuhrumsatzsteuerbetrag (0,51€)

    Einfuhrumsatzsteuerbetrag (0,51€) + Zollbetrag (0,13€)= Summe der EINFUHRABGABEN (0,64€)

    Wo bitte hast du diese 14 Ct her?

    1. Moin Michael,
      falls du denkst, einen Fehler gefunden zu haben ist dir Daniel Wiegand (Programmierer des Excel-Tools) bestimmt sehr dankbar über den Hinweis. Schreib ihm am besten kurz bei Facebook.
      Die Einfuhrumsatzsteuer lässt sich wie jede Umsatzsteuer als Vorsteuer abziehen. Daher kommt sie in diesem Rechenexempel nicht als Ausgabe vor.

      Grüße
      Hannes

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