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PLT #21 – Dummer Fehler im Ausland und 4 Learnings zum Teamaufbau

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Hallo an alle! Hannes hier!

Schön, dass du heute mitliest. Heute teile ich meine Erfahrungen mit dir, mein Unternehmen im Ausland und auf Reisen zu führen. Außerdem beschreibe ich den genauen Prozess, wie ich meinen Fokus durch den Aufbau eines Teams jetzt viel effizienter auf die wichtigen Aufgaben lenke.

Gliederung

1.) Alles läuft schief: Amazon FBA im Ausland

  • Wieso ich keine Produkte bestellen kann
  • Welche Vorbereitungen für das digitale Nomadenleben notwendig sind

2.) Mitarbeiter für Amazon FBA

  • Welche Schritte als erstes abgeben?
  • Die wichtigsten Learnings

3.) Mehr Umsatz durch exklusive Amazon-PPC-Anzeigen

  • Ja, es gibt mehr als nur normale PPC-Anzeigen
  • Registrierung bei Amazon Marketing Services

 

  1. Amazon FBA im Ausland

Die alten Hasen unter euch erinnern sich sicher noch an meinen ersten Artikel , in dem ich das Geschäftsmodell hinter Amazon FBA näher beschreibe. Damals hat mich vor allem der Aspekt des ortsunabhängigen Arbeitens auf der ganzen Welt fasziniert.

Mittlerweile habe ich das Ziel in die Tat umgesetzt und führe mein Unternehmen mehr und mehr aus dem Ausland. Und neben dem guten Wetter hat man auch immer wieder lehrreiche Momente, die man hätte bedenken können und aus denen man wieder etwas schlauer wird.

Letzten Monat wurde mir nach dem Login mein Zugang gesperrt und ich habe mehr als eine Woche überhaupt keinen Umsatz mehr generiert. Falls bei dir ein Auslandsaufenthalt bevorsteht und du das verhindern möchtest, lies dringend den letzten Artikel.

Dieses Mal habe ich mich dann sicher gefühlt! Mit dem Gedanken im Hinterkopf, dass alle Vorbereitungen getroffen wurden, habe ich mich mit Lukas Mankow in Portugal getroffen, um an einem neuen Projekt zu arbeiten.

Zu Beginn lief alles nach Plan. Komisch war nur, dass ich keinen Handyempfang hatte, obwohl Portugal ja zur EU gehört und eigentlich alles gehen sollte. Habe mir dabei nichts weiter gedacht.

Wieso ich keine Produkte bestellen kann

Nach zwei Tagen erhielt ich eine E-Mail von meinem Hersteller, dass Ware zur Abholung im Lager liege, die Spedition bereits kontaktiert und bereit sei, die Lieferung auf das Schiff nach Deutschland zu laden.

Das einzige was fehlte, war die zweite Zahlung der Ware (Meine Zahlungen werden auf 30%/70% aufgeteilt), die ich überweisen sollte. Wie gewohnt logge ich mich also in mein Online-Banking ein und überweise das Geld.

Kurz vor der Überweisungsbestätigung fällt es mir wie Schuppen von den Augen: Ich nutze das SMS-Tan Verfahren, das selbstverständlich nur dann funktioniert, wenn man auch SMS empfangen kann.

Nach stundenlanger Lösungssuche (Kundenservice, andere Telefone, Google) musste ich erfahren, dass E-Plus in Portugal seit einiger Zeit schlichtweg nicht funktioniert. Man lernt nie aus. Ich musste also eine vertraute Person in Deutschland bitten, das Geld für mich zu überweisen – sehr unangenehm!

Welche Vorbereitungen für das „digitale Nomadenleben“ notwendig sind

Fazit: Geht auf jeden Fall sicher, dass ihr ein funktionierendes Tan-Verfahren in den Ländern nutzen könnt, die ihr bereist!

2. Outsourcing und Teamaufbau

Ich denke, eines sollte man als Unternehmer immer im Kopf behalten: Das Ziel ist, am Unternehmen statt im Unternehmen zu arbeiten.

Vor einiger Zeit ist mir aufgefallen, dass das bei mir kaum noch gegeben war. Meine Zeit wurde durch immer mehr Projekte nicht nur weniger, sondern der Fokus auf die umsatzsteigernden Maßnahmen, die im Endeffekt das Wachstum eines Unternehmens ausmachen, ging verloren.

Mein Ziel ist, mich möglichst wenig mit Themen wie Kundenservice, Produktbewertungen, Produkt-Launches, etc. auseinanderzusetzen. Diese Aufgaben fallen nämlich immer wieder an und erfordern den höchsten Zeitaufwand.

Langfristig gesehen ist es effizienter, diese Schritte im Unternehmen prozessorientiert zu automatisieren und die Zeit in die Bereiche zu investieren, in denen man sein Wissen optimal einsetzen kann (Beispiel: Produktrecherche, Keywordoptimierung, Coaching etc.).

Mitarbeiter für Amazon FBA

Aus den genannten Gründen habe ich daher vor einigen Monaten einen Aufruf gestartet und einen Mitarbeiter gesucht. Von der Resonanz war ich absolut überwältigt. Vielen Dank noch einmal an alle, die mir ihre Hilfe angeboten haben! Selbstverständlich bin ich auch jetzt noch jederzeit offen für neue Initiativbewerbungen.

Seit einiger Zeit arbeite ich nun mit Josef zusammen, der schon jetzt zu einer wichtigen Stellschraube im Unternehmen geworden ist. Im Folgenden möchte ich gerne auf die wichtigsten Learnings eingehen, um dir damit den Weg zu erleichtern.

Learning 1: Man muss loslassen können

Zu Beginn war es für mich ein extrem eigenartiges Gefühl, Aufgaben abzugeben, die ich bis dahin jeden Tag selbst gemacht habe. Zu Beginn habe ich daher sehr viel noch selbst gemacht. Je mehr  ich aber Josef übergeben habe und gesehen habe, dass es mindestens genauso gut funktioniert, desto besser und sicherer habe ich mich dabei gefühlt

Learning 2: Wiederkehrende Aufgaben automatisieren

Ich habe mich letztes Wochenende mit einem befreundeten Seller unterhalten, der jedes Jahr über 2 Millionen Euro umsetzt. Ob du es glaubst oder nicht: Sein Unternehmen ist eine One-Man-Show! Seine Begründung war, dass es sehr viel Arbeit wäre, jemanden einzuarbeiten und ihr oder ihr alles beizubringen.

Dieses Problem besteht bei uns nicht: Für alle Aufgaben, die immer wieder anfallen, habe ich ein einziges Mal Zeit investiert und ein Video aufgenommen. Dieses habe ich bei Youtube als „nicht gelistet“ hochgeladen und in unsererem cloudbasierten Notizentool „Asana“ verlinkt.

Für 95% der Aufgaben musste ich nicht einmal ein Video erstellen, da diese Aufgaben bereits sehr detailliert in der FBA Seller Academy behandelt werden. Die Academy ist ein Videokurs, in dem in 7 Modulen und über 170 Videos jeder Schritt zum eigenen automatisierten Amazon Business erläutert wird. Falls das für dich interessant sein könnte, klicke jetzt hier für mehr Infos

Learning 3: Anders ist nicht schlechter

Der Kundenservice ist hier ein sehr gutes Beispiel. Zu Beginn war es für mich sehr ungewohnt, dass nun eine andere Person auf ihre eigene Art und Weise mit den Kunden kommuniziert. Beim genaueren Durchlesen ist mir aufgefallen, dass Kunden teilweise sogar zufriedener reagiert haben, weil sich mehr Zeit für sie genommen wurde.

Gelernt habe ich daher, dass ein anderer Schreibstil beispielsweise nicht schlechter sein muss – er kann sogar besser sein.

Learning 4: 100% selbst verantwortlich

Wer ein Unternehmen führt, ist für alles verantwortlich. Das bezieht sich nicht nur auf Mitarbeiter, sondern auch auf die Zusammenarbeit mit Herstellern, Speditionen, Quality Inspections, Kosolidierungsdienstleistern etc.

Wenn immer ein Fehler passiert, zum Beispiel wie bei mir, dass ein falsches Produkt hergestellt wurde, liegt es nur daran, dass entweder das Briefing oder die Wahl des Geschäftspartners fehlerhaft ist, wofür ich wiederum selbst verantwortlich bin.

Mit dieser Sichtweise ändert sich vieles im Kopf: Statt sich aufzuregen, fängt das Gehirn wie von allein an, Lösungen zu produzieren. Probleme gibt es nicht.

Mehr Umsatz durch AMS Werbekampagnen

Was jetzt kommt, ist aktuell noch ein kleiner Geheimtipp. Vor einigen Tagen habe ich mich beim Vendorexpress Programm von Amazon angemeldet. Das ermöglicht es mir, neben den üblichen Sponsored Product Ads (PPC) weitere Werbekampagnen auf Amazon zu schalten.

Die einzige Voraussetzung ist, dass mindestens drei Produkte vorhanden sind und ein Produkt an Amazon verkauft wird, sodass ihr nur noch als Zwischenhändler fungiert. Letzteres lässt sich aber auch verhindern, indem man einen kleinen Trick anwendet.

Nachdem du dich über diesen Link bei AMS angemeldet hast, schickt dir Amazon eine Anfrage und erwartet einige Samples des von dir ausgewählten Produktes. Hier gibst du einfach an, dass du aktuell keine Samples vorliegen hast oder lehnst die Anfrage einfach ab.

Eventuell wird Amazon hier erneut nachfragen, für gewöhnlich ist aber nach einiger Zeit Ruhe. Der große Vorteil ist, dass zu diesem Zeitpunkt bereits die neuen Werbekampagnen freigeschaltet sind.

Hier kann nun zwischen verschiedenen Arten von Anzeigen gewählt werden: Neben den gewöhnlichen PPC-Anzeigen kannst du gezielt Anzeigen auf deinen eigenen Listings schalten, um deine Produkte untereinander zu bewerben.

Außerdem bietet AMS dir die Möglichkeit, auf beliebigen Produktlistings Werbung zu schalten. Ich nutze die Anzeigen hauptsächlich bei Produkten, die durch meine Produkte gut ergänzt werden oder bei der Konkurrenz, um als Alternative präsent zu sein.

Übrigens: Genaueres zu AMS und viele weitere Tipps findest du im hervorragenden Vortrag von Johannes Brenner vom Merchant Day.

Ich wünsche dir einen erfolgreichen Start in den Juli!

Machs gut, 

dein Hannes

PS: Verkaufst du schon aktiv auf Amazon? Möchtest du dein Ranking verbessern, um damit den Umsatz zu erhöhen? Dann klicke jetzt hier!

Hier gehts zum nächsten Tagebucheintrag: „Wieso ich Deutschland verlasse…“


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8 thoughts on “PLT #21 – Dummer Fehler im Ausland und 4 Learnings zum Teamaufbau”

  1. Hallo Hannes,

    vielen Dank für deinen tollen Beitrag.
    Ich hätte mal eine Frage zu Vendor Express.
    Wie hast du das gemacht, hast du deine Email-Adresse von deinem Seller-Account verwendet oder hast du eine „frische“ Adresse verwendet?
    Ich habe noch bedenken, nicht dass Amazon mir da einen Strick draus drehen könnte, wenn ich die gleiche Anschrift, Bankdaten etc. wie für meinen bestehenden Selleraccount verwende.

    Ich freue mich auf deine Antwort.

    Viele Grüße
    Tobias

    1. Hallo Tobias,
      danke für deinen Kommentar 🙂
      Ich habe die selbe E-Mail genutzt. Sehe darin kein Problem.

      Liebe Grüße und viel Erfolg,
      dein Hannes

  2. Servus Johannes,

    top Beitrag wie immer. Wie rechnest du die Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern ab? Arbeiten diese als Freelancer bei dir? Und wenn ja, wie hoch kann man ca. den Stundensatz ansetzen?

    VG Vincent

    1. Hallo Vincent,
      meine Mitarbeiter sind Freelancer 🙂
      Stundensatz musst du individuell für dich und deine Mitarbeiter entscheiden, je nachdem wie du dich gut damit fühlst 🙂

      liebe Grüße
      Hannes

  3. für mich mit einer der lehrreichsten blogeinträge hier.
    dank dir bleiben mir fettnäpfchen größtenteils erspart und ich lerne mich im voraus strategisch effizienter aufzustellen…
    danke vielamls fürs teilen

  4. Hi Hannes!

    Wieder mal sehr gute Einblicke! Hatte deinen Beitrag schon vor ein paar Tagen gelesen und bin nun nochmal darüber „gestolpert“. Der Tipp mit Vendor Express zur Freischaltung für die AMS ist wirklich genial. Hatte ich direkt ausprobiert und hat auch ohne Probleme funktioniert. Vielen Dank dafür!

    LG aus Berlin

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